„Grenzanalysen. Empirische Zugänge in der Erziehungswissenschaft“

Tagung am 3. und 4. Juli 2014, Paris Lodron Universität Salzburg, Fachbereich Erziehungswissenschaft

Erziehungs- und sozialwissenschaftliche Debatten um Grenzen spielen in den letzten Jahren eine wichtige Rolle in der Analyse entgrenzter sozialer Strukturen in der Gesellschaft, in Institutionen und Organisationen sowie in Biographien. Zugleich waren und sind Diskussionen um Grenzen immer ein Teil von disziplinären bzw. interdisziplinären Verständigungen, von Standort- und Positionsbestimmungen. Als übergreifendes, verbindendes Element und daher Allgemeines kann in beiden Ausrichtungen der Begriff von Grenze als etwas nicht Statisches gelten. Eine Grenze entsteht durch eine Konstruktionsleistung, einer (Re-)Produktion eines Innen und eines Außen. Damit verbunden ist eine Differenzierung des Eigenen von einem Anderen, einem tendenziell Fremden. Wo diese beiden Bereiche aufeinander treffen, entstehen Grenzen. Diese markieren als Räume oder Zonen innerer Differenz den Übergang vom Eigenen zum Anderen. Sie stellen eine Relation zwischen dem Eigenen und dem Anderen dar, eine Verbindung, die Wechselwirkungen mit sich bringt. Grenzen sind also nicht absolut; sie sind relational gefasst. Demnach können Grenzen als soziale Praktiken von Grenzziehungsprozessen in den Vordergrund gerückt werden. Vorliegende Publikationen und empirische Studien zu „Grenzen“ und „Grenzbearbeitung“ verdeutlichen, dass die Begriffe inspirierend genutzt werden, um Forschungs- und Diskussionsperspektiven zu erweitern. Allerdings werden begriffliche Unschärfen oft nicht ausgelotet und in ihrer inhaltlichen Vielfalt diskutiert. Daher besteht die Gefahr, dass mögliche analytische wie methodologische Potenziale in einem unbestimmten „Container-Begriff“ diffundieren.

Die geplante Tagung wird sich daher dem Grenzthema gezielt zuwenden und versuchen, Erträge aus aktuellen empirischen Studien im Hinblick auf die nähere Bestimmung der Ebenen, Dimensionen und Prozesse von Grenzen zu diskutieren.

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